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AWO-Kreiskonferenz 2016

Der Kolbermoorer Bürgermeister Peter Kloo ist neuer Vorsitzender des Kreisverbands der AWO. Nach 25 Jahren an der Spitze des Wohlfahrtsverbands hatte Herbert Weißenfels für dieses Amt nicht mehr kandidiert. Auch vier seiner Stellvertreter stellten sich für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Die Delegiertenversammlung im Kistlerwirt in Bad Feilnbach wählte Weißenfels mit langem und stehendem Applaus zum Ehrenvorsitzenden.

In seinem beeindruckenden Rechenschaftsbericht konnte Weißenfels den Delegierten und zahlreichen Gästen eine Erfolgsbilanz über die Arbeit des Vorstands präsentieren. So sei der Kreisverband mittlerweile Träger von fast 40 sozialen Einrichtungen und Diensten in der Stadt und im Landkreis Rosenheim. Das Schwergewicht liege dabei auf der Kinder- und Jugendhilfe. 890 Kinder werden allein in den 16 Kindertageseinrichtungen der AWO betreut. Besonders stellte er dabei heraus, dass davon 65 Kinder behindert oder von Behinderung bedroht sind.

Breiten Raum nahmen auch seine Ausführungen zum Mehrgenerationenhaus ein, das die AWO in Rosenheim betreibt. Es sei, so Weißenfels, „zu einem aktiven und aktivierenden Zentrum für Jung und Alt, zu einer anerkannten Anlaufstelle für generationenübergreifendes Engagement und zu einer guten Adresse für Gespräche, Rat und Hilfen geworden.“ Allein 50 von den insgesamt 500 Ehrenamtlichen sind hier für ihre Mitmenschen im Einsatz, vom sozialen Mittagstisch bis zu einem Patenschaftsprojekt für Grundschüler.

Ehrenamtlich organisiert und begleitet werden auch die Seniorenreisen, die von der AWO seit 29 Jahren durchgeführt werden. Heuer stehen noch mehrtägige Fahrten nach Südtirol und nach Cesenatico an der Adria auf dem Programm. Fast ebenso lange besteht der Dienst „Essen auf Rädern“, mit dem täglich frisch gekochte Mittagessen an ältere, kranke und behinderte Menschen im Rosenheimer Stadtgebiet ausgeliefert werden. Der scheidende Vorsitzende konnte überhaupt auf eine Fülle von sozialen Aufgaben hinweisen, die von der AWO geleistet werden. Die Bandbreite reicht dabei von der Betreuung von Klein- und Schulkindern, der offenen Jugendarbeit, Beratungsangeboten für Familien bis hin zur Seniorenarbeit.

Das Ziel der AWO sei es, wie der scheidende Vorsitzende betonte, allen Menschen die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu einem Leben in Würde zu verhelfen, unabhängig von Herkunft, Bildung, Alter, körperlicher Befähigung, Hautfarbe, Religion oder Weltanschauung. Soziale Gerechtigkeit sei für die AWO der Schlüsselbegriff und die Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft. Dazu gehören die Vermeidung von Armut, soziale Chancen durch Bildung, eine angemessene Einkommensverteilung und die gesellschaftliche Gleichstellung von Frau und Mann.

Auf die wirtschaftliche Situation eingehend konnte Weißenfels von einer insgesamt sehr positiven Entwicklung berichten. Die AWO habe immer versucht, in die Zukunft der Menschen zu investieren. So seien auch die beiden Krippenneubauten zu sehen, die von der AWO in den letzten Jahren in Rosenheim errichtet wurden. Zu der erfolgreichen sozialen Arbeit trügen auch die 17 zum Kreisverband gehörenden Ortsvereine bei. Die Ehrenamtlichen und die rund 3.200 Mitglieder nannte der Vorsitzende das Fundament und die tragende Säule des Wohlfahrtsverbands in den 70 Jahren seines Bestehens. Zehntausende Stunden leisteten sie jährlich für den freiwilligen Dienst an ihren Mitmenschen.

Das große soziale Engagement der AWO in der Stadt und im Landkreis wurde auch von der Rosenheimer Bürgermeisterin Dr. Beate Burkl, der stellvertretenden Landrätin Alexandra Burgmaier und dem stellvertretender AWO Bezirksvorsitzenden Max von Heckel in ihren Grußworten gewürdigt. Auch der Bad Feilnbacher Bürgermeister Hans Hofer und die Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Bad Feilnbach, Karin Freiheit, stellten das positive Wirken der Wohlfahrtsorganisation in den Mittelpunkt ihrer Grußworte.

Bei den anschließenden Neuwahlen wurde der Kolbermoorer Rathauschef Peter Kloo einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Kreisverbands gewählt. Seine Stellvertreter sind die Gemeinde- und Kreisrätin Alexandra Burgmaier aus Raubling, die Gemeinderätin Karin Freiheit aus Bad Feilnbach, die Rosenheimer Stadträtin Ulrike Plankl und Konrad Linner, Zweiter Bürgermeister von Amerang. Den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Herbert Weißenfels, Edeltraud Strauß, Dr. Werner Keitz und Udo Satzger dankte der neue Kreisvorsitzende für ihr langjähriges, ehrenamtliches Wirken und verabschiedete sie mit einem Geschenk.

 

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Vergabe der Ehrenmedaille und AWO-Jubiläumsfeier

AWO feiert 70-jähriges Jubiläum und ehrt Ehrenamtliche

Vor 70 Jahren wurde die Arbeiterwohlfahrt in der Region Rosenheim gegründet. Mit vielen Ehrengästen feierte der Wohlfahrtsverband dieses Jubiläum im vollbesetzten Saal des Rosenheimer Mehrgenerationenhauses. Zu dieser Feier kamen auch die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, Landrat Wolfgang Berthaler, Rosenheims Zweiter Bürgermeister Anton Heindl, etliche Bezirks-, Kreis- und Stadträte sowie viele Bürgermeister der Landkreisgemeinden. Zudem wurde die Ehrenmedaille des AWO Kreisverbands an fünf langjährige und verdiente Mitglieder verliehen. Die beiden Musiker der Band Safe ’n‘ Soul umrahmten die Feier mit gekonnten musikalischen und gesanglichen Darbietungen.

„Mit der Gründung der AWO in der Region Rosenheim im Jahr 1946 wurde der Grundstein gelegt für ein vielfältiges soziales Wirken“, so der Kreisvorsitzende Herbert Weißenfels in seiner Rede. Er erinnerte an die katastrophalen Lebensverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg und an die Frauen und Männer, die mit großem Idealismus die dringend erforderliche Hilfe organisierten und selbst leisteten. Die Aufgaben und Formen des ehrenamtlichen Engagements haben sich im Laufe der sieben Jahrzehnte geändert, gleichgeblieben sei jedoch ihre Zielsetzung: Die Solidarität mit den Menschen, die Hilfe brauchen. Weißenfels nannte die Ehrenamtlichen die Brückenbauer in der AWO und in der Gesellschaft.

Waren es anfangs ausschließlich Ehrenamtliche, die die soziale Arbeit leisteten, sind heute vor allem wegen der wachsenden Aufgaben und der geforderten Fachlichkeit immer mehr Hauptamtliche im Einsatz. Der AWO Kreisverband beschäftigt derzeit über 270 Mitarbeiter in seinen sozialen Einrichtungen und Diensten. Da ab September zwei Kindertageseinrichtungen und eine weitere soziale Aufgabe hinzukommen, werden es dann deutlich über 300 sein.

Trotz der zunehmenden Hauptamtlichkeit bleiben die Ehrenamtlichen und die Mitglieder die Basis und das tragende Element der AWO. Sie seien „das Herz und die Seele der AWO“, so Weißenfels. Rund 500 Ehrenamtliche mit jährlich zehntausenden Stunden helfen den Mitmenschen in der Region Rosenheim in vielfältiger Weise. Er dankte allen für ihre wertvolle und hervorragende Arbeit.

An die neuen Träger der Ehrenmedaille des AWO Kreisverbands gewandt sagte Herbert Weißenfels: „Das, was Sie tun, ist nicht nur vorbildlich, es ist großartig. Sie sind diejenigen, die unsere AWO zum Leuchten bringen.“ Er würdigte die einzelnen Verdienste der Geehrten und überreichte die Ehrenmedaille mit einer Urkunde an Hans Hanusch, Kiefersfelden, Marlene Heinrich, Kolbermoor, Günter Kratschmayer, Großkarolinenfeld, Felix Schwaller, Bad Aibling, und Hans Martin Ziegler, Rosenheim.

Landrat Berthaler und auch Rosenheims Bürgermeister Heindl dankten der AWO und den vielen Helfern für ihr soziales Engagement. Auch Peter Dingler, stellvertretender Vorsitzender der oberbayerischen AWO, stellte in seinem Grußwort die Notwendigkeit des bürgerschaftlichen Engagements für ein soziales Miteinander in unserer Gesellschaft heraus.

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Von links: Herbert Weißenfels, Hans Hanusch, Marlene Heinrich, Günter Kratschmayer, Felix Schaller und Hans Martin Ziegler.