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Schülerpaten

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Die schulische Bildung von Kindern ist eines der großen sozialen Probleme unseres Landes. Verschiedene Studien haben immer wieder auf den Zusammenhang zwischen der schulischen Entwicklung und der sozialen Herkunft der Kinder verwiesen. An Ideen zur Beseitigung solcher Ungleichheiten hingegen mangelt es.

 

Das Mehrgenerationenhaus der AWO in Rosenheim hat deshalb im September 2007 ein Projekt ins Leben gerufen, um einen Beitrag zum besseren Gelingen schulischer Werdegänge zu leisten: die Schülerpatenschaften für Grundschüler/innen. „Gerade in den ersten Schuljahren werden die Grundlagen für spätere Erfolge oder Misserfolge gelegt“, so Klaus Schindler, Leiter des Mehrgenerationenhauses. „Doch oft sind die Eltern mit der Unterstützung ihrer Kinder überfordert, weil sie keine Zeit haben, selbst nur geringe Schulbildung erhalten haben oder die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen.“ Insbesondere Migrantenkinder müssen hier oftmals mehrfache Benachteiligungen ausgleichen.

 

Die Idee des Projekts setzt daher früh an: bereits in der Grundschule sollen Schüler/innen, die durch Leistungsmängel auffallen, gezielt in der Entwicklung von Sprachkenntnissen und dem Erwerb grundlegender Fertigkeiten unterstützt werden. Dies geschieht über ehrenamtliche Schülerpaten. In der Regel treffen sich diese einmal in der Woche mit den Kindern um Hausaufgaben, Proben oder sonstige Schwierigkeiten zu besprechen und zu klären. So konnte schon manche Schulkarriere positiv gestaltet werden. Kooperationspartner des Mehrgenerationenhauses ist hierbei die Grundschule in der Erlenau, die Schüler/innen für das Projekt vorschlägt. Schulleiterin Brigitte Much: „Die Kinder und wir als Schule sind froh über die Paten. Die Schulleistung, aber auch das Selbstbewusstsein der Kinder konnte dadurch verbessert werden.“ Aber nicht nur die Kinder, auch die freiwillig tätigen Paten bekommen etwas zurück. Der Umgang mit den Kindern bereitet den Paten viel Freude. Für einige der älteren Paten ist es auch eine schöne Möglichkeit, geistig aktiv zu bleiben.

 

Das Mehrgenerationenhaus sucht daher kontinuierlich nach Menschen, die sich gerne für Kinder engagieren möchten. „Bei ausreichender Resonanz weiten wir die Idee gerne auch auf weitere Schulen aus“ so Schindler vom Mehrgenerationenhaus. Unterstützt werden die Freiwilligen durch regelmäßige Treffen, Beratung und Schulungen. Besondere Kenntnisse für die Tätigkeit als Schülerpate sind nicht notwendig. In der Regel verfügt jeder Erwachsene über die Fähigkeit zur Begleitung beim Erlernen des Grundschulstoffs. Allerdings wird ein polizeiliches Führungszeugnis gefordert. „Um unserer Sorgfaltspflicht gerecht zu werden, ist dies notwendig. Hierfür anfallende Kosten werden selbstverständlich erstattet“, so Projektleiter Klaus Schindler. Die Treffen mit den Schülern finden an der Schule oder im Mehrgenerationenhaus an der Ebersberger Straße statt.

 

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